Zeit für Reformation (2)

Leipzig16-26-kl

Auf dem Leipziger Katholikentag 2016 haben es die Christen in Thüringen und Sachsen-Anhalt begriffen: Kirche ist in Zukunft nur dann glaubwürdig, wenn Konfessionen versöhnt und gemeinsam Menschen für Jesus gewinnen wollen. Auf Theologen, Bischöfe u. a. Hauptamtliche können wir nicht mehr länger warten!

Die pastoralen Konsequenzen, wenn die zentrale Botschaft des „Masterplans“ [Evangelii Gaudium] (bes. Nr. 3 und 164) in Deutschland ankommen würde, sehen aufgrund meiner Erfahrungen als „Kundschafter“ (4. Mos./Jos. 13) im [„Jahr des Aufatmens“] (2. Mos./Ex. 23, 12) in der freikirchlichen „Mutter der deutschen Pfingstbewegung“ [Mülheimer Verband] folgendermaßen aus: Weiterlesen

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Reformation is possible!

 

Mit dieser Überzeugung gehe ich in das Reformationsjahr 2017. Für mich beinhaltet das nicht Museumspädagogik (bei allem sinnvollen Gedenken und Feiern), sondern Zukunftsorientierung. Die Wegweiser sind aufgestellt, vom [Lutherischen Weltbund], von [PP. Franziskus], von [Kirchenleitungen auch in Deutschland], und vielen hoffnungsfrohen Initiativen von Christen (siehe die Linkliste „Mein Netzwerk“): „Mehr Jesus!“ lautet kurz und knapp die Devise. Weiterlesen

Ausgerechnet in Mülheim an der Ruhr…

… treffen sich in diesen Tagen Vertreter der katholischen Kirche Deutschlands, um nach den Dialog- und Synodal-Prozessen der letzten Jahre Pläne für die Zukunft der Kirche zu schmieden [Bericht bei domradio.de]. Zwar (noch?) nicht in den Räumen der Christus-Gemeinde des Mülheimer Verbands 🙂 , sondern in der „Bildungsstätte Wolfsburg“, aber beim [„MV“] könnte man viel über Entwicklungsprozesse und Zukunftsfähigkeit lernen! Weiterlesen

Meine Basics

Nach meiner konfessionell-pastoralen Standort-Vergewisserung (siehe unten Punkt 4), aber noch vor dem Abschluss meiner Leiterfortbildungen und dem noch nicht ganz vollständigen Berufungs-Check fasse ich die Basics dieses Jahres als Volunteer in einer Gemeinde des evangelikal-charismatischen Mülheimer Verbands zusammen:

1. Programm

Auslöser für meinen Neuanfang ist der Masterplan von PP. Franziskus [„Evangelii Gaudium“], von dessen Nr. 3 ich mich [persönlich betroffen] sehe und die nicht nur Pflicht-Lektüre für alle pastoral Interessierten ist, sondern auch Einladung, Bekehrung konkret zu vollziehen, und zwar „noch heute“, also bis 24:00 Uhr!

  • Evangelisierung ist die Grundidentität jeglichen kirchlichen Handelns. Das kann man in „Evangelii Nuntiandi“ von PP. Paul VI. in Nr. 14 nachlesen.
  • Sie ist überhaupt erst Voraussetzung für die Feier der Eucharistie, wie es schon in der Liturgiekonstitution in Nr. 9 ausführlich biblisch begründet wird.
  • Die Erstverkündigung (Kerygma) benennt Evangelii Gaudium in Nr. 164 als „die Mitte der Evangelisierungstätigkeit und jedes Bemühens um kirchliche Erneuerung“.

Soweit der kurze „rote Faden“ zur Verwirklichung des [2. Vatikanischen Konzils] (1962–1965) und den Zielen, ohne deren Umsetzung die kath. Kirche Europas und Nordamerikas ihren eingeleiteten gesellschaftlichen Bankrott weiter vertiefen wird. Keryma und Bekehrung („Conversión“) als pastoraler Weg (Methode) in die Zukunft der Kirche habe ich mehrfach, [bes. hier mit den o.a. Zitaten] ausführlich beschrieben. PP. Franziskus wirbt für einen lupenreinen evangelikalen Ansatz – und damit ist er zutiefst katholisch, denn bereits seine beiden Vorgänger haben darauf insistiert. Bemerkt haben es im katholischen Deutschland bisher nur wenige. Evangelikal hat mit den Basics kirchlicher Aufgaben zu tun. Fundamentalismus ist etwas anderes.

2. Konsequenzen

Der pastorale Masterplan muss in die jeweiligen nationalen Kontexte übersetzt werden. Das haben alle deutschen Bischöfe in [„Gemeinsam Kirche Sein“] versucht, indem sie (rechtzeitig zum Reformationsgedenken 2017) das gemeinsame Priestertum aller Getauften und Gefirmten begründet und mit dem traditionellen Klerikalismus gebrochen haben, der die kirchlichen Grundfunktionen (Glaubensdienst, Gottesdienst, geschwisterlicher Dienst) den Hauptamtlichen reserviert und die Gemeindemitglieder zu bloßen Empfängern ihrer Entscheidungen macht (vgl. auch EG 120). Das gemeinsame Priestertum baut auf Jesus Christus als Eckstein und die Entfaltung der Charismen der Einzelnen zum Nutzen aller. „Charisma“ ist der Schlüsselbegriff „gemeinsamen Kirche-Seins“. Das ist kein weiterer Appell, nicht noch eine Sprechblase, sondern ich sehe es als liebevolle Aufforderung zum Change-Management auf allen pastoralen Ebenen. Die Zukunft der Kirche können sich die Bischöfe also nur als im besten Sinne charismatisch vorstellen!

Allerdings verwechseln sie immer noch die Grundaufgabe der Kirche (Evangelisierung) mit „Quelle und Höhepunkt“ (Eucharistiefeier). Sie versuchen nämlich, die Quadratur des Kreises aufzustellen, indem sie die Antwort darauf schuldig bleiben, wie denn das Ziel einer sonntäglichen Eucharistiefeier erreicht wird, wenn keine amtlich dafür Beauftragten zur Verfügung stehen werden. Was zwischen Quelle und Höhepunkt gehört, ist bei uns leider nur hier und da Inhalt pastoraler Strategien. Es gehört auch nicht in die hl. Messe, denn sie ist kein Evangelisationsevent und kein Religionsunterricht. PP. Franziskus gibt ein ganz anderes Ziel vor: Jede Pfarrei soll sich zum „Zentrum ständiger missionarischer Aussendung“ (EG 28) entwickeln, also zum Evangelisationszentrum in ihrem kontextuellen Umfeld. Das ist erst sekundär eine Strukturfrage. Primär ist die Selbstevangelisierung der Kirche am Ort, ihrer Teams und ihrer Mitglieder (EG 174). Quelle der Evangelisierung ist das Wort Gottes, die Bibel. Um das Wort des Herrn kann und soll sich jede christliche Gruppe versammeln.

3. Perspektiven

Mein dritter Basistext kommt vom Präses des Mülheimer Verbands, Ekkehart Vetter. In seinem Buch „Jahrhundertbilanz – erweckungsfasziniert und durststreckenerprobt“ (Bremen 2009) anlässlich des 100. Jubiläums des Gemeindeverbands entwickelt Vetter Zukunftsperspektiven, die nicht nur für seine und meine evangelikal-charismatische Freikirche bedeutsam sind, sondern Wege für die ganze Kirche aufzeigen. Seine Worte wirken auf mich geradezu prophetisch, denn sie enthalten überraschend viele und wesentliche Schnittstellen mit Evangelii Gaudium von PP. Franziskus von 2013. Zwischen den Ausführungen beider liegen vier Jahre. Das hat mich derart begeistert, dass ich eine Synopse der beiden Texte angefertigt habe, die ich mit Erlaubnis Vetters [zur Verfügung stellen] darf.

4. biblisch · katholisch · evangelikal · charismatisch

[Mein konfessionelles Profil] aus dem Webtagebuch meines ersten Jahres.