Im Strom der Gnade

Einen „Strom der Gnade“ nannte PP. Franziskus die Internationale Charismatische Erneuerung der kath. Kirche [„CE“] beim 50-jährigen Jubiläum am Pfingstfest 2017 wohl wissend, dass dieser Strom nicht von der römischen Kirche ausgegangen ist, sondern einen Umweg über die weltweite Pfingstbewegung gemacht hatte. Nicht umsonst war es ihm ein großes Anliegen zur Feier im Circus Maximus zu Rom deren Vertreter zum Mitfeiern einzuladen – und sie waren auch da! Weiterlesen

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Zeit für Reformation (2)

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Auf dem Leipziger Katholikentag 2016 haben es die Christen in Thüringen und Sachsen-Anhalt begriffen: Kirche ist in Zukunft nur dann glaubwürdig, wenn Konfessionen versöhnt und gemeinsam Menschen für Jesus gewinnen wollen. Auf Theologen, Bischöfe u. a. Hauptamtliche können wir nicht mehr länger warten!

Die pastoralen Konsequenzen, wenn die zentrale Botschaft des „Masterplans“ [Evangelii Gaudium] (bes. Nr. 3 und 164) in Deutschland ankommen würde, sehen aufgrund meiner Erfahrungen als „Kundschafter“ (4. Mos./Jos. 13) im [„Jahr des Aufatmens“] (2. Mos./Ex. 23, 12) in der freikirchlichen „Mutter der deutschen Pfingstbewegung“ [Mülheimer Verband] folgendermaßen aus: Weiterlesen

Zitat

Zwischenruf: Missionale Kirche – es wurde doch schon längst gesagt

Es sind nicht nur Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils, die auch 50 Jahre danach noch nicht verstanden werden und ihrer Umsetzung harren (z.B. SC 9). Auch auf ökumenischer und evangelischer Seite gibt es Basistexte, die einen [grandiosen Stillstand der Kirchenentwicklung] dokumentieren. Alles schon mal dagewesen! Der [Blogger David Jäggi] hat diesen „Flashback“ akribisch aufgelistet:

Quelle: http://sola-scriptura.ch/oerk-missional-evanston-neudehli/

 

Elphi ist erwacht

elphi-300Dass musste gestern sein: Als „Butenhamburger“ (Hanseaten, die außerhalb der Stadt ihrer Kindheit und Jugend leben) kann mich die Eröffnung der Elbphilharmonie selbstverständlich nicht kalt lassen. Da tritt auch die Allianz-Gebetswoche 2017 ins zweite Glied zurück… Der Platz vor dem Fernseher konnte die Vorschusslorbeeren für das Akustik-Wunder verständlicherweise zwar nicht bestätigen, aber die Elphi ist auch rein optisch ein großartiges Bauwerk auf dem prominentesten Platz, den Hamburg, das „Tor zur Welt“, mitten im Hafen zu bieten hat. Warum ich darüber blogge, liegt an der hervorragenden [Rede, die Bundespräsident Joachim Gauck gehalten] hat. Weiterlesen

Dass alle eins seien! (Joh. 17, 21)

mehr17-3„Ut unum sint!“ (so heißt auch die Ökumene-Enzyklika PP. Johannes Pauls II. von 1995) Aufbruch ins Reformationsjahr, aber postkonfessionell! Man kann von der MEHR!-Konferenz des Gebetshauses Augsburg halten, was man will, aber was dort 2017 am Abend an „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanias) in den Messehallen mit 10.000 jungen und älteren Leuten und über 3.000 Fans zu Hause im Livestream passiert ist, hat das Zeug für eine neue Etappe als der „Ökumene der Herzen“, und zwar jenseits aller konfessioneller Beharrlichkeit. Weiterlesen

Mensch werden …

Gott hat es uns vorgemacht! In Jesus hat er selbst alles auf eine Karte gesetzt, was ihn das irdische Leben kostete – aber sein Gott-Sein nicht auslöschen konnte. Wer diesem Gott ver-traut und ihm im persönlichen Leben alles zu-traut, der kann gar nicht anders, als sich tatkräftig gegen den immer weiter um sich greifenden Hass, das Misstrauen, die Unversöhnlichkeit und den Unfrieden um uns herum zu engagieren! Ein Evangelikaler kann unmöglich rechts sein – oder links: Er muss bei Jesus sein, und der war Mensch für die Menschen. Weiterlesen

„Ekklesia ist ein politischer Begriff!“

echt-logo_08_128Nun sehe ich ihn live auf der Bühne, Johannes Reimer, bei der „ECHT! 2016“, der Mitarbeiterkonferenz des Mülheimer Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden (MV) im November 2016. Seine ekklesiologische Trilogie „Die Welt umarmen“, „Die Welt verändern“ und „Die Welt verstehen“ [siehe Literaturliste] habe ich als Weiterführung der Auswertung meines [Charismen-Seminars] verschlungen, als ich vor der Frage stand: Soll ich mich gesellschaftlich oder kirchlich engagieren? und mein Mentor die Gegenfrage stellte: Warum denn nicht beides? Lies mal Reimer, dann verstehst Du, dass die persönliche Beziehung zu Jesus und die Charismen des Heiligen Geistes nicht etwas für ein Wolkenkuckucksheim sind, sondern ganz konkret unser Leben hier auf der Erde verändern wollen! Weiterlesen

Meine Basics

Nach meiner konfessionell-pastoralen Standort-Vergewisserung (siehe unten Punkt 4), aber noch vor dem Abschluss meiner Leiterfortbildungen und dem noch nicht ganz vollständigen Berufungs-Check fasse ich die Basics dieses Jahres als Volunteer in einer Gemeinde des evangelikal-charismatischen Mülheimer Verbands zusammen:

1. Programm

Auslöser für meinen Neuanfang ist der Masterplan von PP. Franziskus [„Evangelii Gaudium“], von dessen Nr. 3 ich mich [persönlich betroffen] sehe und die nicht nur Pflicht-Lektüre für alle pastoral Interessierten ist, sondern auch Einladung, Bekehrung konkret zu vollziehen, und zwar „noch heute“, also bis 24:00 Uhr!

  • Evangelisierung ist die Grundidentität jeglichen kirchlichen Handelns. Das kann man in „Evangelii Nuntiandi“ von PP. Paul VI. in Nr. 14 nachlesen.
  • Sie ist überhaupt erst Voraussetzung für die Feier der Eucharistie, wie es schon in der Liturgiekonstitution in Nr. 9 ausführlich biblisch begründet wird.
  • Die Erstverkündigung (Kerygma) benennt Evangelii Gaudium in Nr. 164 als „die Mitte der Evangelisierungstätigkeit und jedes Bemühens um kirchliche Erneuerung“.

Soweit der kurze „rote Faden“ zur Verwirklichung des [2. Vatikanischen Konzils] (1962–1965) und den Zielen, ohne deren Umsetzung die kath. Kirche Europas und Nordamerikas ihren eingeleiteten gesellschaftlichen Bankrott weiter vertiefen wird. Keryma und Bekehrung („Conversión“) als pastoraler Weg (Methode) in die Zukunft der Kirche habe ich mehrfach, [bes. hier mit den o.a. Zitaten] ausführlich beschrieben. PP. Franziskus wirbt für einen lupenreinen evangelikalen Ansatz – und damit ist er zutiefst katholisch, denn bereits seine beiden Vorgänger haben darauf insistiert. Bemerkt haben es im katholischen Deutschland bisher nur wenige. Evangelikal hat mit den Basics kirchlicher Aufgaben zu tun. Fundamentalismus ist etwas anderes.

2. Konsequenzen

Der pastorale Masterplan muss in die jeweiligen nationalen Kontexte übersetzt werden. Das haben alle deutschen Bischöfe in [„Gemeinsam Kirche Sein“] versucht, indem sie (rechtzeitig zum Reformationsgedenken 2017) das gemeinsame Priestertum aller Getauften und Gefirmten begründet und mit dem traditionellen Klerikalismus gebrochen haben, der die kirchlichen Grundfunktionen (Glaubensdienst, Gottesdienst, geschwisterlicher Dienst) den Hauptamtlichen reserviert und die Gemeindemitglieder zu bloßen Empfängern ihrer Entscheidungen macht (vgl. auch EG 120). Das gemeinsame Priestertum baut auf Jesus Christus als Eckstein und die Entfaltung der Charismen der Einzelnen zum Nutzen aller. „Charisma“ ist der Schlüsselbegriff „gemeinsamen Kirche-Seins“. Das ist kein weiterer Appell, nicht noch eine Sprechblase, sondern ich sehe es als liebevolle Aufforderung zum Change-Management auf allen pastoralen Ebenen. Die Zukunft der Kirche können sich die Bischöfe also nur als im besten Sinne charismatisch vorstellen!

Allerdings verwechseln sie immer noch die Grundaufgabe der Kirche (Evangelisierung) mit „Quelle und Höhepunkt“ (Eucharistiefeier). Sie versuchen nämlich, die Quadratur des Kreises aufzustellen, indem sie die Antwort darauf schuldig bleiben, wie denn das Ziel einer sonntäglichen Eucharistiefeier erreicht wird, wenn keine amtlich dafür Beauftragten zur Verfügung stehen werden. Was zwischen Quelle und Höhepunkt gehört, ist bei uns leider nur hier und da Inhalt pastoraler Strategien. Es gehört auch nicht in die hl. Messe, denn sie ist kein Evangelisationsevent und kein Religionsunterricht. PP. Franziskus gibt ein ganz anderes Ziel vor: Jede Pfarrei soll sich zum „Zentrum ständiger missionarischer Aussendung“ (EG 28) entwickeln, also zum Evangelisationszentrum in ihrem kontextuellen Umfeld. Das ist erst sekundär eine Strukturfrage. Primär ist die Selbstevangelisierung der Kirche am Ort, ihrer Teams und ihrer Mitglieder (EG 174). Quelle der Evangelisierung ist das Wort Gottes, die Bibel. Um das Wort des Herrn kann und soll sich jede christliche Gruppe versammeln.

3. Perspektiven

Mein dritter Basistext kommt vom Präses des Mülheimer Verbands, Ekkehart Vetter. In seinem Buch „Jahrhundertbilanz – erweckungsfasziniert und durststreckenerprobt“ (Bremen 2009) anlässlich des 100. Jubiläums des Gemeindeverbands entwickelt Vetter Zukunftsperspektiven, die nicht nur für seine und meine evangelikal-charismatische Freikirche bedeutsam sind, sondern Wege für die ganze Kirche aufzeigen. Seine Worte wirken auf mich geradezu prophetisch, denn sie enthalten überraschend viele und wesentliche Schnittstellen mit Evangelii Gaudium von PP. Franziskus von 2013. Zwischen den Ausführungen beider liegen vier Jahre. Das hat mich derart begeistert, dass ich eine Synopse der beiden Texte angefertigt habe, die ich mit Erlaubnis Vetters [zur Verfügung stellen] darf.

4. biblisch · katholisch · evangelikal · charismatisch

[Mein konfessionelles Profil] aus dem Webtagebuch meines ersten Jahres.